Heilpraktiker/In werden

 kann grundsätzlich jeder.

  • Mindestalter: 25 Jahre
  • Überprüfung: Beim zuständigen Gesundheitsamt schriftlich + mündlich
  • Berufsunspezifisch (auch nicht-medizinische Vorberufe möglich)
  • Heilpraktiker-Schule: Besuch einer Heilpraktiker-Schule nicht zwingend vorgeschrieben, aber (speziell für Medizinunkundige)  äußerst empfehlenswert.

Wichtig: 

  • Die Berufs-Bezeichnung "Heilpraktiker" muss nach bestandener Prüfung deutlich auf sämtlichen Unterlagen erkennbar sein, da sie auch als Qualitäts-Merkmal dient.
  • Die "Ausübung der Heilkunde" ist in Deutschland neben dem Arzt nur noch dem geprüften Heilpraktiker erlaubt!

 

  • Es gibt zwei Optionen:

1. Die Voll-Variante "Heilpraktiker":

(umgangsprachlich der "große" Heilpraktiker genannt) - erlaubt ist:
  • selbständige Diagnostik, Verordnung und Verabreichung von Medikamenten,
  • Heilung mit dem Wort,
  • mit Körper-Therapie,
  • sowie geistiges Heilen.

2. Die reduzierte Variante

"Heilpraktiker für Psychotherapie nach HpG" ,

bzw. "Psychotherapeutischer Heilpraktiker nach HpG"

(umgangssprachlich der "kleine" Heilpraktiker genannt) - erlaubt ist nur:

  • ausschließlich mit dem Wort,
  • bzw. mit geistigem Heilen zu therapieren.

Gesetzlich untersagt ist ihm:

  •  z. B.  Homöopathie oder Bachblüten zu verordnen,
  •  mit manueller Therapie oder Massagen usw. zu zu therapieren - außer die Massage dient ausschließlich der Entspannung.

 

Allgemeiner Hinweis zur Qualität
Die alleinige Bezeichnung "Heilpraktiker/In" sagt noch nichts über die berufliche Qualität aus und stellt auch für sämtliche ausgeübte alternative Verfahren keinen Qualitäts-Nachweis dar, da sie ausschließlich die erfolgreich bestandene schulmedizinische Überpfürung darlegt!
Deshalb kann der Patient den Behandler jederzeit darüber befragen, wo und für welches Verfahren er ausgebildet wurde. Er ist auch berechtigt, sich ein entsprechendes Zertifikat zeigen zu lassen!

 

Heilpraktiker-Verbände
Jeder praktizierende Heilpraktiker/In ist verpflichtet, einem frei wählbaren Heilpraktiker-Verband anzugehören. So ist er im Idealfall immer bestens über die aktuelle Gesetzeslage, über Richtlinien und Neuerungen informiert, und kann diese auch direkt umsetzen, wie z. B.:

  • Preisangaben im Internet und auf allen Printmedien
  • Hinweis zum Heilpraktiker-Gesetz muss vermerkt sein
  • Angabe des zuständigen Gesundheitsamtes
  • Durch das mittlerweile zwar erweiterte "Werbeverbot für Heilpraktier/Innen" besteht nach wie vor für gegenständliche personelle Bilddarstellungen, die ihn/sie in der Ausübung der Heilkunde zeigen.
  • Shiatsu fällt seit einem Gerichtsurteil unter das Heilpraktiker-Gesetz; d.h. die Ausübung ist nur noch Ärzten oder geprüften Heilpraktikern erlaubt.

 

Rechnungsstellung

  • Privatkassen

Die Grundlage der Rechnungsstellung (Privatkassen und Selbstzahler) ist in der Regel die GebüH (= Gebührenverordnung für Heilpraktiker). Werden Methoden angewendet, die nicht enthalten sind, ist der Heilpraktiker berechtigt, dafür eine analoge Ziffer zu verrechnen, bzw. dem Patienten/Klienten die entsprechenden Beträge privat in Rechnung zu stellen. Auch die Differenzbeträge, die von den Kassen nicht erstattet werden, müssen vom Patienten/Klienten privat bezahlt werden.

  • Selbstzahler

Für Selbstzahler ist am Jahresende eine Sammelrechnung möglich, die sie ihrem Lohnsteuer-Jahresausgleich beilegen können, da es sich hier um "außergewöhnliche Belastungen" handelt, die ab einem gewissen Schwellenwert voll anrechenbar sind.

 

Ich hoffe, diese Informationen sind hilfreich für Sie!